Gewässermanagementkonzept Landgraben im Wulfener Bruch

Projekte, 15. Mai 2019

Übersichtskarte

Ergebnis der gekoppelten Oberflächenwasser-/Grundwassermodellierung

Grundwassergleichenplan

Im Auftrag des Landkreis Anhalt-Bitterfeld untersuchte BCE Erfurt, wie Überschwemmungsflächen, Oberflächen- und Grundwasserstände möglichst konfliktfrei gestaltet und gesteuert werden können. Für diese nachhaltige Konfliktlösung erarbeiteten Ingenieure gemeinsam mit Geologen und Geografen bei BCE interdisziplinär ein Konzept zum Gewässermanagement. Das Untersuchungsgebiet umfasst den Landgraben im Feuchtwiesengebiet Wulfener Bruch, einschließlich Nebengewässer und Feuchtgebiete auf einer Länge von 53 km und einer Fläche von ca. 160 km² im Landkreis Anhalt-Bitterfeld westlich der Stadt Dessau.

Das Wulfener Bruch-Gebiet hat seinen ursprünglichen Charakter als artenreiches Feuchtgebiet im Überschwemmungsgebiet der Elbe nahezu verloren. Einerseits ist dies der Intensivierung der Landwirtschaft geschuldet: Grünland wurde zu Ackerland umgewandelt und Flächen entwässert - Maßnahmen, die den Zielen des Naturschutzes und dem Erhalt der Feuchtwiesen entgegenstehen. Andererseits überlagern lang anhaltende Trocken- und Dürreperioden der letzten Jahre diese Effekte: Die Risiken aus großflächigen und langanhaltenden Vernässungen wurden durch räumlich und zeitlich begrenzte Starkregenereignisse abgelöst. Damit lag die Herausforderung vor allem darin, diese komplexen und veränderlichen Gegebenheiten in ein nachhaltiges Konzept für den Wasserhaushalt, die Landnutzung und Bewässerung für alle Interessengruppen zu fassen.

Den modellgestützten Untersuchungen zur Optimierung des Wasserhaushaltes gingen Abflussmessungen, Wasserstands- und Grundwassermessungen voraus, mit denen BCE in fünf Messkampagnen den hydrologischen Ist-Zustand kartierte. Auf Basis dieser Messergebnisse sowie den langjährigen Aufzeichnungen der umliegenden Wetterstationen und den Bestandsdaten des Landes berechnete BCE die Wasserhaushaltsverhältnisse. Es kamen eine gekoppelte Oberflächengewässer/Grundwasser-Modellierung, mit einem 1D/2D Fließgewässermodell (SOBEK-Rural) und einem Grundwassermodell (MODFLOW) zum Einsatz. Anschließend wurden nutzungsabhängige Defizite und Risikobereiche ermittelt und kartographisch dargestellt. Im Anschluss wurden sie hinsichtlich der Nutzungskategorien "Biotope, Naturschutzgebiete", "Landwirtschaft" und "Siedlung, Naherholung" bewerten.

Tatsächlich lassen die örtlichen Gegebenheiten Regulierungsmaßnahmen am Gewässer und in den umgrenzenden Bereichen zu: Das geringe Längs- und Quergefälle am Landgraben ermöglicht es, mit wenigen Steuerungsbauwerken größere Abschnitte in den Wasserstandsverhältnissen zu regulieren. Für die Optimierung des Wasserhaushaltens wurde eine große Zahl an Maßnahmenideen erfasst und analysiert. Sie flossen als Maßnahmenempfehlungen zusammen mit einem Steuerungskonzept in das Gewässermanagementkonzept ein.

Unsere Leistungen

  • 1D/2D-HN-Modell (SOBEK)
  • Hydrogeologisches Modell
  • Grundwassermodell (MODFLOW)
  • Kopplung Grundwasser- und Oberflächenwassermodell
  • Wasserhaushaltsmodellierung
  • Hydrologische Messkampagnen
  • Steuerungskonzept für Landwirtschaft, Naturschutz, Siedlung, Naherholung

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