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Wassersensibles Planen und Bauen

Wassersensible Stadtgestaltung hat in Zeiten verstärkter Starkregenereignisse und extrem trockener Sommer an Bedeutung gewonnen. Hochwasser und Überschwemmungen nehmen zu. Unter den gegebenen Voraussetzungen kann Wasser oft nicht ausreichend zurückgehalten werden oder schnell genug versickern. Auf der anderen Seite leiden Stadt- und Straßenbäume, insbesondere in Kombination mit niedrigen Grundwasserständen, unter zunehmender Trockenheit. Ersatz ist teuer und muss durch Anpassen der Baumstandorte begleitet werden. Dieses Thema behandelt der Artikel "Bauleitplanung muss wassersensibel sein", der im DAB REGIONAL 7/20 erschienen ist.

Projekt
Zusammen mit dem Büro Keller Damm Kollegen GmbH Landschaftsarchitekten Stadtplaner, München führt unsere Niederlassung Speyer unter Leitung von Dr.-Ing. Michael Probst am Wetzendorfer Park in Nürnberg gemeinsam ein Projekt zur städtebaulichen Erschließung eines 34,5 Hektar großen Planungsgebiets inklusive 15 Hektar Park und Grünverbindungen als Wohngebiet durch. Es befindet sich derzeit in der Bauleitplanung.

Problemstellung
Durch das Planungsgebiet in Nürnberg fließen der Wetzendorfer Landgraben und der Seegraben. Diese beiden Fließgewässer überfluten bei Starkregenereignissen einen großen Teil des geplanten Wetzendorfer Parks. Außerdem macht ein hoher Grundwasserstand bereichsweise eine Oberflächenversickerung unmöglich.

Pilotprojekt
Aus diesen Gründen, in Verbindung mit dem knapp bemessenen städtischen Retentionsraum, wurde ein Pilotprojekt initiert, bei dem Baumrigolen als sogenannte "Blau-Grüne Infrastruktur" zum Einsatz kommen. Das Wasser wird in den Rigolen angestaut und steht so den Straßenbäumen in Trockenperioden länger zur Verfügung. Die Rigolen fungieren als Wasserreservoir und Regenwasserrückhalt. Baumrigolen sind also optimal mit Wasser versorgte Baumstandorte und damit Klimainseln, die der innerstädtischen Aufheizung im Sommer entgegen wirken.

DAB regional 07/20