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Niedrigwasser in Thüringen. Zeitreihenanalyse von Abflüssen an Fließgewässerpegeln

Im Sommer des Jahres 2018 trat in Mitteleuropa eine intensive Hitzewelle auf. Die Folgen waren äußerst niedrige Wasserstände in Fließgewässern, Seen und dem Grundwasser. Björnsen Beratende Ingenieure Erfurt GmbH analysierte zusammen mit dem Thüringer Landesamt für Umwelt, Bergbau und Naturschutz die Häufigkeit von Niedrigwasserereignissen (NQE). Hierzu wurden Tagesmittelwerte des Abflusses von insgesamt 122 Thüringer Gewässerpegeln für den Zeitraum 1925 bis 2018 ausgewertet. Die Analyse stellt Bewertungswerkzeuge für die Einordnung und Wertung zukünftiger NQE bereit.

Die Ergebnisse zeigen, dass in Thüringen in nahezu jedem Jahrzehnt extreme NQE auftraten. Das Jahr 2018 stellt hierbei seit 1976 die extremste Periode dar, in dem sämtliche Pegel von einer Unterschreitung der langjährigen Mittelwerte MQ mit durchschnittlich -36,5 % (Defizit -144,8 mm) betroffen waren. Außerdem traten im Jahr 2018 sehr lang andauernde Unterschreitungen des NM31Q mit im Mittel 170 Tagen auf. Die Wiederkehrintervalle für das Jahr 2018 sind mit 15,4 Jahren seit dem Jahr 1959 am größten.

Mann-Kendall-Tendenztests für mittlere Abflüsse von jährlichen Zeitabschnitten ergeben, dass für 25,4 % der Pegel die Abflüsse signifikant sinken. Dagegen ist eine signifikante Verlängerung der Dauer der NQE (Unterschreitung von NM31Q) an nur 6,6 % der Pegel zu erkennen.

Die Änderungen des Pardé-Koeffizienten zeigt seit 30 Jahren Verschiebungen, besonders im Monat April, hin zu trockeneren Verhältnissen, was die seitdem immer früher einsetzenden Wasserdefizite im Jahresverlauf belegt.