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AGILE ILLER

Um die Hochwassergefahr zu bannen und um fruchtbares Ackerland zu gewinnen, begann der Mensch ab dem 19. Jhd., die Iller zu begradigen. Dies führte zu einer zunehmenden Erosion der Sohle, die Wasserspiegel und Grundwasserspiegel sanken immer weiter ab. Brunnen fielen trocken, der Auwald verlor den Anschluss an das Grundwasser und Brücken waren in ihrer Standsicherheit gefährdet. Zur Verminderung der Erosion und Stützung des Wasserspiegels wurden im 20. Jhd. Schwellen mit Fallhöhen von bis zu 4 Metern gebaut, was zur Unterbrechung der ökologischen Durchgängigkeit führte. Deshalb brachten der Freistaat Bayern und das Land Baden-Württemberg das Konzept "Wasserwirtschaftlich-ökologische Entwicklung der Unteren Iller“ auf den Weg.

In einem grenzüberschreitenden Projekt plant Björnsen Beratende Ingenieure GmbH die wasserwirtschaftliche und ökologische Entwicklung verschiedener Flussabschnitte und begleitet die Baumaßnahmen. Der Fluss wird generell aufgeweitet, Kiesbänke werden angelegt und die Ufer naturnah strukturiert. Naturnahe Rinnenverbindungen werden reaktiviert und schließen so den angrenzenden Auwald an das Fließgewässer an. Verschiedene Streckenabschnitte werden mit einem sogenannten Offenen Deckwerken versehen, welche die Flusssohle nachhaltig stabil halten und so für die ökologische Durchgängigkeit sorgen. Die integrierte Niedrigwasserrinne ist für wandernde Wasserorganismen von ökologischer Bedeutung.

Geplante Maßnahmen

  • Gewässerentwicklung auf rd. 8 km Länge
  • Zwei Raue Rampen, Sohlanhebung und Stabilisierung über Offenes Deckwerk
  • Anlage von Auebächen und Vorlandrinnen mit Überleitungsbauwerken und Dynamisierungsbereichen
  • Anlage neuer Sekundär-Auen
  • Grundwasserregulierung mittels Sickerleitung
  • Dichtwand (Spundwand mit rd. 15 m Tiefe auf rd. 1 km Länge)
  • Dichtwand (Erdbetonwand mit rd. 10 m Tiefe auf rd. 0,3 km Länge)
  • Sicherung einer dükernden Abwasserdruckleitung

Unsere Leistungen

  • Konzeption
  • Projektsteuerung und Öffentlichkeitsarbeit
  • Nutzen-Kosten-Analyse
  • GIS-Bearbeitung
  • Wasserspiegellagenmodellierung
  • Grundwassermodellierung
  • Objektplanung Lph. 1-9 (Flusssanierung, Sickerleitung, Dichtwand, Auebach)
  • örtliche Bauüberwachung
  • Umweltplanung (UVS, LBP, Scoping, FFH-VS, Ökokonto, Fachgutachten Artenschutz)

Auftraggeber

Freistaat Bayern, vertreten durch das WWA Donauwörth,
Land Baden-Württemberg, vertreten durch das Regierungspräsidium Tübingen.