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Wohnen am Wasser: Entwicklung des ehemaligen Trabrennbahnareals Recklinghausen

Limnologie, die Lehre von den Binnengewässern, gewinnt als wichtiger Bereich der Ökologie zunehmend an Bedeutung, so auch für unsere Ingenieurgesellschaft. Typische Aufgaben in unserem Unternehmen sind z. B. die Planung natürlicher und künstlicher Seen und Fließgewässer, die Sanierung städtischer Weiher und Planungen zu Seentherapien.

Bis zu ihrer Schließung im Jahre 2006 war die Recklinghäuser Trabrennbahn eine der schnellsten und modernsten Rennbahnen in Europa. 2015 nahm die Stadt Recklinghausen das „Integrierte Stadtteilentwicklungskonzept Hillerheide“ (ISEK Hillerheide) mit insgesamt 5 Leitprojekten zur Verbesserung der Lebensqualität im Stadtteil in Angriff. Eines davon ist die Entwicklung des ehemaligen Trabrennbahnareals. Auf dem etwa 34 Hektar großen Konversionsareal ist die Entwicklung eines innovativen und nachhaltigen Wohngebietes mit See und großzügigen Naherholungsflächen geplant. Als sogenanntes "Gedächtnis des Ortes" wird ein ca. fünf Hektar großer See den zentralen Bereich im ehemaligen Rennbahnoval einnehmen, umgeben von einer baumbestandenen Promenade.

Die Stadtentwicklungsgesellschaft Recklinghausen mbH beauftragte uns zusammen mit dem Ingenieurbüro H. Berg & Partner GmbH, Aachen als Arbeitsgemeinschaft mit der See-, Kanal- und Entwässerungsplanung des Leitprojektes 1 – Zukunftskonzept ehemalige Trabrennbahn. Unser Partnerbüro ist für die Kanal- und Entwässerungsplanung zuständig. Im Rahmen der Seeplanung, die in unseren Aufgabenbereich fällt, haben wir u. a. den Nährstoffhaushalt analysiert und den potenziellen späteren Trophiegrad mit Hilfe eines Gewässergütemodells berechnet und Maßnahmen für einen stabilen Nährstoffhaushalt empfohlen.

Die Simulationsrechnungen zeigten, dass der geplante See unter den getroffenen Annahmen zu den Stofffrachten, in einem mesotrophen Zustand gehalten werden kann. Für einen typischen Flachwassersee entspricht dies den natürlichen Verhältnissen. Auf Grundlage der definierten Entwicklungsziele und der Ergebnisse der Gewässergütesimulation haben wir folgende unterstützende Maßnahmen zur Gütebewirtschaftung identifiziert:

  • Durchströmung des Wasserkörpers
  • Rezirkulation mit Einsatz von zwei Bodenfiltern
  • Makrophytendominanz statt Phytoplanktondominanz (Animpfung mit Armeluchteralgen)
  • Nahrungsnetzsteuerung durch Raubfischbestand
  • Abfischen der Algenblüte / Mechanische Entkrautung

Auftraggeber

Stadtentwicklungsgesellschaft Recklinghausen mbH

Unsere Leistungen

Machbarkeitsstudie, Ingenieurbauwerke LPH 1-9 und örtliche Bauüberwachung, Tragwerksplanung LPH 2-6, Technische Ausrüstung LPH 1-9, Grundwassermodell, Gewässergütemodell, Überflutungsnachweis durch topografische Gefährdungsanalyse, Freianlagen LPH 1-9, Grünordnungsplan, besondere Leistungen

Unsere Softwaretools

WASP (Water Quality Analysis Simulation Program) der United States Environmental Protection Agency (U. S: EPA) in der Version 8.3